„Gehen weg wie warme Semmeln!“ Dieser gilt heute wie gestern. Vor allem nach den Kriegsjahren war der Heißhunger auf frische Backwaren und Kuchen kaum zu stillen. Da schien der Bau einer eigenen Bäckerei für den Coesfelder Willi Ebbing damals genau das Richtige zu sein. Es wurde in die Hände gespuckt, und nach einer großen Portion Eigenleistung verkaufte die Bäckerei Ebbing am Paradiesweg erstmals im Dezember 1949 ofenfrische Brötchen. Das Geschäft entwickelte sich gut. Die Backstube musste mehrmals vergrößert werden. Schon 1983 wurde die erste Filiale beliefert. Seben Jahre später waren es bereits sechs, und noch im Jahre 1988 erhielt der Betrieb am Paradiesweg eine gründliche Modernisierung und Erweiterung. Anfang September 1995 erfolgte der erste Spatenstich für das neue Backhaus am Dreischkamp. Nach bereits fünf Monaten konnten die Umzugwagen anreisen. Am 27. Januar 1996 funktionierte der neue Backbetrieb nach winzigen Anlaufschwierigkeiten auf Anhieb. Von nun an wuchs die Anzahl der Filialen stetig. 1996 waren es noch 18 Filialen. 2001 platze das neue Backhaus im Versand aus allen Nähten. Um die Waren zügiger verteilen zu können, wurde eine neue „Versandhalle“ vor dem bestehenden Gebäude gebaut. Bis 2014 ist aus der kleinen Familien-Bäckerei von damals dann ein gut strukturiertes Unternehmen mit 42 Filialen geworden. Dazu gehört auch die Bocholter Filiale an der Ludwig Erhardt Str. 6, also sozusagen an der Rückseite des Neutorplatzes. Sie ist täglich außer sonntags von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Mit neuem Schwung kommen auch neue Produkte: Der Bäcker von heute stellt längst nicht mehr nur die Versorgung mit Brot für den Alltag sicher. Neben belegten Snacks und dem berühmten „Coffee to go“ gibt es inzwischen auch zwei Standorte mit Pizzen und Nudeln. Da schnuppert man beim Verzehr der köstlichen Warmspeisen die leckere Bäcker-Luft von morgen. Die Bäckerei Ebbing befindet sich inzwischen in dritter Generation in Familienhand.

Einzel- und Onlinehandel, zwei Welten ergänzen sich. Bei Rose Bags am Bocholter Neutorplatz geschieht das gezielt und erfolgreich. Der Internetshop des Unternehmens (www.rosebags.de <www.rosebags.de/> ) sorgt bundesweit für mehr Aufmerksamkeit. Dabei gilt: Reales wie virtuelles Geschäft müssen mit Leidenschaft und „vor allem professionell“ betrieben werden, meint Nino Lüdiger, der Mann hinter dieser-Strategie. Rose Bags! „Ja, keine Fahrräder“. Die Verwandtschaft zu „Rose Bikes“ besteht, jedoch steht das Unternehmen „Rose Bags“ für sich. Das Familienunternehmen stammt aus Borken. Hier betreiben sie seit Generationen erfolgreich ein Geschäft in der City. Als der Junior in die Firma einsteigen wollte, wünschte er sich einen eigenen Laden mit moderner Ausrichtung. Sie wurden am Bocholt Neutorplatz fündig und bauten hier vor zwei Jahren auf 174 Quadratmetern eine Filiale auf. „Am Anfang hatten wir noch ein eher konservatives Angebot. Aber das änderte sich sehr schnell, weil vor allem jüngere Leute zur Zielgruppe wurden“, erzählt das Mitglied der Geschäftsführung. Rose Bags legte den Schalter um und konzentrierte sich demzufolge Folge auf Taschen, Rucksäcke, Uhren und Schmuck bekannter und ausgefallener Marken. Damit änderte sich schlagartig auch die Einkaufsstrategie. Statt auf Messen oder in Showrooms nach Trends Ausschau zu halten, suchten sie gezielt im Internet und in sozialen Netzwerken. „Das ist direkter und viel gezielter“, berichtet er. Vor allem erkennt er sehr früh, wann ein Trend auch wieder abebbt. Das ermöglicht es ihm schneller zu reagieren. Rose Bags nutzt die sozialen Medien in umgekehrter Richtung für Werbung und Marketing. Nino macht regelmäßig Fotos von angesagten Produkten und stellt sie auf Instagram (@rosebags_bocholt) und Facebook online. Mehr als 1400 Abonnenten (Stand Juni 2017) aus der Region erhalten auf diese Weise ständig die Infos des Unternehmens. So weit, so virtuell: Im realen Geschäftsleben ist der Borkener nicht minder engagiert. Das Layout des Ladens ist so jung wie die Zielgruppe. Die puristische Betonoptik erlaubt es, Lüftungsrohre und Netzwerkleitungen unverkleidet unter die Decke zu führen. Im Mittelpunkt stehen die Waren. Hier dominieren bekannte Marken wie aunts and uncles, Liebeskind, Ooozoo, Tommy Hilfiger, Kerbholz, Daniel Wellington, Strellson, Samsonite und viele mehr. Übrigens. Für das lockere und zugleich ansprechende Ambiente im Laden wurde Rose Bags im vergangenen Jahr mit dem Bocholter City-Oskar in Silber ausgezeichnet. Und die Lage? „Wir sind zufrieden“, meint Lüdiger. Geschäfte wie H&M, s.Oliver, Open32 und Rose Bags gebündelt an einem Ort machten die Ecke für junge Leute interessant, meint er. Hinzu kämen viele auswärtige Kunden, hier vor allem Niederländer. Nur die Bocholt selbst behandeln den Neutorplatz ab und zu noch ein wenig stiefmütterlich, so Lüdiger. Aber das ändere sich wahrscheinlich schlagartig, wenn erst einmal die Stadtsparkasse und P&C dort ihre Tore öffneten, ist sich der 27-Jährige sicher.

Ebbi’s Service Shop wurde im Jahr 2000 von Ulrich Ebbert aus Borken gegründet und eröffnete im gleichen Jahr in Bocholt den ersten Laden – damals noch unter dem Namen Mister Minit. Drei Jahre später entstand ein Fachgeschäft in Borken.
Das Unternehmen wird nach wie vor Schuhmachermeister Ulrich Ebbert geführt. Die Produktpalette wird immer wieder an die Kundenwünsche angepasst. Angefangen von Schuhreparaturen kann Ebbi’s Service Shop den Kunden auch den Einbau von Schließanlagen, Armbänder und Batteriewechsel bei Armbanduhren sowie Schleifarbeiten an Messern und Scheren und vieles mehr anbieten.

Die komplette digitale Welt in einem einzigen, rund 50 Quadratmeter großen Ladengeschäft. Ralf Taube und Silke Fischer machen’s möglich. Im mobilcom-debitel-Shop an der Neustraße 32 haben die beiden Smartphones und Fernsehdecoder, Gas- und Stromtarife, Festnetztelefon- und Internetangebote, Video- und Audiostreaming und vieles, vieles mehr im Portfolio. „Unser Vorteil ist, dass wir unabhängig sind. Deshalb können wir für die Kunden aus den unzähligen Angeboten aller Anbieter die für sie maßgeschneiderten Tarife heraussuchen“, erklärt Ralf Taube. Individualität und Service sind gefragt. Während der eine Wert auf eine möglichst umfassende Flatrate legt, bevorzugt ein anderer eine optimale Netzverfügbarkeit und ein dritter den günstigsten Preis. Hier setzt die Beratung an. Damit nicht genug. Haben sich die Kunden für eine Variante entschieden, bieten Taube und Fischer die Einrichtung des Gerätes an. Bei Bedarf übertragen sie auch Daten vom alten Handy. In Zusammenarbeit mit der Mayerschen Buchhandlung liegt jede Menge Fachliteratur zum Kauf bereit. Auch das Zubehör-Spektrum ist umfangreich. Im Rahmen ihrer Digital-Lifestyle-Strategie hat die freenet AG als Mutterkonzern von mobilcom-debitel ihre Geschäftsaktivitäten zudem auf den DVB-T2-HD-Standard in Deutschland ausgeweitet. Wer das terrestrische Digitalfernsehen empfangen möchte, findet an der Neustraße 32 entsprechende Angebote. Hier wird auch darüber informiert, welche Antennen im Raum Bocholt sinnvoll und geeignet sind. Denn nicht immer ist die Signalstärke in der Region wegen der großen Entfernungen zu den Sendemasten optimal. Dafür ermöglicht DVB-T im Gegenzug den kostenlosen Empfang von mindestens vier niederländischen Programmen, darunter die staatlichen Sender NOS1 bis 3. Vor zehn Jahren hat Ralf Taube als Franchise-Nehmer das Geschäft in Bocholt eröffnet. „Hier waren die für mich optimalsten Bedingungen“ erinnert sich der 51-jährige. Eine interessante Einkaufsstadt, eine 1a-Lage verbunden mit den Vorteilen des Shopping-Centers am Neutor lockten ihn. „Ich wollte nicht in so ein überdachtes Zentrum. Ich muss wissen, welches Wetter wir gerade draußen haben und ob die Sonne scheint oder nicht“, meint der Dinslakener.

Das Erfolgsrezept des Ehepaares Nguyen lässt sich in einem Satz formulieren: Essen muss vielseitig, frisch und preiswert sein. Im Restauraun “asiatu” am Neutorplatz haben die beiden ihren Traum verwirklicht. Seit 2010 kochen Sie dort nach Rezepten aus Thailand, China, Indonesien und aus ihrer Heimat Vietnam. Von Suppen und Vorspeisen über Fleisch aus dem Wok oder Fisch aus der Pfanne bis hin zu gebackenen Desserts reicht das Angebot. Wer es eilig hat, für den gibt es Kleinigkeiten in einer Snackbox to go.
Wer will, kann den Köchen nach der Bestellung gleich über die Schulter schauen. Im “asiatu” ist alles transparent – von der Zutatenauswahl bis zur Zubereitung. Besonderheiten sind dabei Spezialgerichte wie die Reisbandnudeln Pad Thai oder die malaysische Reisnudelsuppe Laksa. Aus der Heimat hat das Ehepaar Nguyen zudem die vietnamesische Frühlingsrolle Gol cuon sowie das Rindfleischgericht Bun Bo Nam Bo und einige Gerichte mehr mitgebracht.
Alle Gerichte können unter der Rufnummer 02871-9911939 vorbestellt und abgeholt werden.

Sie verstehen sich als moderne Form der guten alten Eckkneipe. Genau das macht den Erfolg der deutschlandweit agierenden Teams des „Cafe Extrablatt“ aus. Die Gäste kommen mal zum Frühstück, mal zum Mittagssnack, machen hier Kaffee- und Kuchenpause oder trinken ihr Feierabendbier. Und das 365 Tage im Jahr. „Nur Heiligabend und am 1. Weihnachtstag machen wir am Nachmittag nach der Kaffee- und Kuchenzeit zu. Ansonsten bestimmt der Gast, wann wir schließen“, erklärt die Bocholter Teamchefin Anja Laigre. 1988 gründeten die Brüder Richard und Christoph Wefers ihr erstes Cafe Extrablatt in Emsdetten. So wurde die lange Gastronomietradition der Familie fortgeführt, wenngleich nun als Systemgastronomie. Kurze Zeit später entstanden weitere erfolgreiche Extrablätter sowie eine Produktionsküche für hochwertiges Convenience-Food mit eigener Entwicklungsabteilung, eine Verwaltungs- und Servicegesellschaft, eine eigene Logistikzentrale und, und, und … In Bocholt eröffnete Cafe Extrablatt im April 2012, „An Freitag den 13ten“, erinnert sich Geschäftsführer Beni Zivkovic. Fünf Jahre ist das inzwischen her. Seitdem ist nicht nur viel Wasser die Aa hinuntergeflossen, sondern wurden auch Hektoliter an Cafe und Getränke ausgeschenkt. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten, davon 16 Festangestellte, kümmern sich in den drei Abteilungen Service, Theke und Küche um die Kunden. Und das kann bei einem Gastraum über zwei Etagen und ein großen Außengastronomie schon mal schnell ein echter Knochenjob werden. „Wenn viel zu tun ist, läuft man schon mal bis zu 20 Kilometer am Tag“, berichtet Anja Laigre. Mit der Zeit hat die Bocholterin jede Menge erlebt. Die Familie beispielsweise, die ihre Weihnachtsbescherung im Café feierte. Das Hochzeitspaar, das die ganze Gesellschaft mitbrachte. Der Vogel, der sich im Glashaus verirrt hatte und von Tierschützern wieder nach draußen gelotst werden musste. Oder den Radfahrer, der sie auf dem Weg zu den Gäste mitten auf der Neustraße über den Haufen fuhr. „So ist das nun mal in der Gastronomie“, verrät Anja Laigre und schnappt sich ein Tablett. Die nächste Bestellung wartet.

Er kennt sie alle. Ihre Schwächen. Ihre Macken. Ihre Schäden. Mehr als 10.000 Handys und Tablets aller Hersteller hat Benyamin Budak bereits repariert. Die einen waren in die Toilette gefallen und voll Wasser gelaufen, andere auf den Boden geknallt und zersplittert. „Am häufigsten sind Display- und Glasschäden“, erklärt der 38-Jährige. „Spider App“ nennen es Spötter, wenn sich die Bruchlinien wie dünne Fäden eines Netzes quer über den Monitor ziehen. Spätestens dann sind die Telefone ein Fall für das „Smartphone Hospital“, wie Benyamin Busak sein Geschäft in der Neustraße 32 genannt hat. Innerhalb eines Tages „verarztet“ der gebürtige Aramäer, der im Alter von zehn Jahren nach Deutschland kam, dort alle gängigen Modelle. Dabei hat sich der Chef sein Spezialwissen größtenteils selbst beigebracht. „Es gibt bei der IHK nicht einmal eine Berufsbezeichnung für das was ich mache“, meint der 38-Jährige. Den Kunden ist es egal. „Hauptsache, Sie können die Daten retten“, so der am öftesten gehörte Auftrag. Meistens klappt es. Wie im Fall eines Bocholters, der im St.-Agnes-Hospital die Geburt seines Kindes fotografiert hatte, und dem das Handy auf dem Weg nach Hause auf den Boden fiel. Nichts ging mehr. Doch zum Glück war noch ein Zugriff auf den Speicher möglich. Völlig aufgelöst kam ein Geschäftsmann ins „Smartphone Hospital“. Er hatte sein Smartphone vor dem Einsteigen ins Auto auf dem Dach abgelegt und vergessen. Beim Zurücksetzen fiel das Gerät zwischen die Räder und wurde überrollt. Auch hier half nur eine Blitz-Operation. Aber wie schafft man es, bei diesem Wust an Herstellern und Modellen den Überblick zu behalten? „Man muss vielseitig und flexibel sein“, erklärt Benyamin Budak. Und das ist der 38-Jährige, der unter anderem sechs Sprachen spricht. Deshalb bietet er neben Reparaturen auch Hardwareaustausch, Neu- und Gebrauchtgeräte sowie jede Menge Zubehör an. Das Geschäftsmodell funktioniert. So hat der Bocholter inzwischen Filialen in Essen und Borken eröffnet. Das Potenzial ist riesig. Denn, so erklärt der Experte: „Die meisten Menschen wissen nicht einmal, dass man ihr Handy reparieren kann. Viele werfen es bei einem Schaden einfach weg.“